Konversion: Airbase  Sembach


Die Flight-Line des ehemals von den US-Streitkraeften genutzten Nato-Flugplatzes Sembach in der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn, Landkreis Kaiserslautern, wurde am 30.03.1995 an die Bundesvermoegensverwaltung zurueckgegeben.

Von insgesamt 226 ha werden etwa 104 ha einer gewerblichen Folgenutzung zugefuehrt.

Zur Erfassung der Altlastensituation hatte die Fa. Asal im Auftrag des Ministeriums fuer Umwelt und Forsten ab Mai 1995 die historische Ersterfassung durchgefuehrt. Die Ergebnisse der Erfassung und auch bereits die Erstbewertung konnten im Maerz 1996 vorgelegt werden. Im Anschluss daran hatte die Gemeinde mit Unterstuetzung des Landes das Buero Rubel und Partner, Woerrstadt, mit der weiter gehenden Gefahrerforschung beauftragt. Die notwendigen Sanierungsmassnahmen stehen unter Regie des Bundes, sie sind mittlerweile etwa zu 75 Prozent ausgefuehrt.

Der Bund hat die Vermarktung des freigegebenen Flugplatzgelaendes als Eigentuemer uebernommen. Eine Bestandsaufnahme der baulichen und technischen Infrastruktur hatte das Staatsbauamt Kaiserslautern durchgefuehrt. Fundierend auf dieser Bestandsaufnahme wurde im Juni 1996 von der Arbeitsgemeinschaft der Bueros A.I.G. und L.A.U.B. ein staedtebaulicher Rahmenplan erstellt. Parallel dazu hatte das Buero A.I.G. im Auftrag des Bundes bereits eine Nutzungskonzeption entwickelt. Im Januar 1998 hatte die Bundesvermoegensverwaltung das Areal erstmals europaweit ausgeschrieben. Es waren daraufhin insgesamt 27 Angebote, ueberwiegend aus der Region, fuer verschiedene Teilflaechen eingegangen.

Am 10.12.1997 wurde in Anlehnung an das Modell Bitburg zwischen Bund, Land und den betroffenen Kommunen ein Staedtebaulicher Vertrag abgeschlossen, der die Erschliessung des Gewerbeparkbereichs Sembach I Teil A und B sowie des Sport- und Freizeitgelaendes sicherstellt. Nach dem Vertrag (einschliesslich zweier Nachtraege vom 14.05.1998 und 05.10.1999), der bis zum 31.12.2007 befristet ist, wird der Bund von den Aufwendungen fuer die aeussere und die innere Erschliessung 50 Prozent tragen. Den kommunalen Anteil von 50 Prozent foerdert das Land mit 90 Prozent. Ansonsten ist der Vertrag im Wesentlichen inhaltsgleich mit dem seinerzeitigen Vertrag fuer den Flugplatz Bitburg (Bitburger Modell).

Die Umsetzung des Vertrags erfolgt bedarfsorientiert in Abschnitten. So konnte am 14.05.1998 mit den ersten Baumassnahmen begonnen werden. Mittlerweile ist die Wasserversorgung des Gebietes hergestellt, ebenso ein Grossteil der Schmutz- und Regenwasserkanalisation. Auch die Verkehrsinfrastruktur ist mittlerweile soweit, dass alle Grundstuecke des Gewerbeparks erschlossen sind.

14 ha der Flaeche wurden von den Vereinigten Landwarenkaufleuten erworben (=Gewerbepark Sembach III).

Am 02.06.2000 hat der Bund die Restflaechen nochmals oeffentlich ausgeschrieben und am 17.06.2000 einen Tag der offenen Tuer fuer Interessenten erfolgreich durchgefuehrt. In der Folge konnten weitere Kaufvertraege abgeschlossen werden.

Mittlerweile ist ca. ein Drittel der gewerblichen Flaeche im bislang erschlossenen Gelaendeteil vermarktet. Der Rest steht noch zur Vermarktung an.

Bislang haben sich auf dem Areal etwa 30 Betriebe und Unternehmen mit derzeit rd. 330 Arbeitsplätzen angesiedelt. Zu Zeiten der militärischen Nutzung waren rd. 300 Zivilbeschaeftigte bei den Streitkraeften taetig.

Voraussetzung fuer die erfolgreiche Errichtung des Gewerbeparks war neben der inneren Erschliessung die optimale Anbindung des Gelaendes an das Fernstrassennetz. Im Rahmen dieser Verkehrsanbindung wurde die auf dem Gelaende befindliche Flugplatzstrasse parallel zum Flugplatz als Haupterschliessungsstrasse saniert. Weiterhin wurde die Anbindung ueber die B 40 an die A 63 ausgebaut, sowie eine Verbindungsspange von der damaligen Flugplatzzufahrt suedoestlich der Ortslage Sembach bis zur Einmuendung der Heuberg-Zufahrt auf die jetzige L 393 geplant. Dadurch ergibt sich eine durchgehende Ortsumgehung von Sembach im Zuge der L 393 mit gleichzeitiger Erschliessungsfunktion des ueberoertlich bedeutsamen Gewerbe- und Industriegebietes auf dem Flugplatz Sembach.

In der Diskussion der Vertragspartner ist inzwischen eine Anpassung des Entwicklungskonzeptes der ehemaligen Airbase Sembach. Ziel ist es, einen attraktiven Nutzermix unter Einbeziehung von Freizeiteinrichtungen zu realisieren und eine Profilierung der Liegenschaft insgesamt durchzufuehren.
Quelle: www.Konverson.com